Griechenland 2008

Es ist mal wieder so weit: Morgen , am Freitag, den 25. Juli 2008, geht es in den Urlaub. Unser Reiseziel steht ja schon seit unserem letzten Sommerurlaub, den wir in Polen verbrachten, unumstößlich fest: "Nächstes Jahr fahren wir aber wieder nach Griechenland!" lautete das Resümee unserer Kinder, als wir uns bei 13 Grad am Strand der Ostsee gegen die steife Briese vorankämpften.

Das letzte Jahr ist wie im Flug vergangen. Kaum ist man vom Urlaub zurück, steht schon fast Weihnachten vor der Tür. Bald darauf wird's wieder Frühling und ehe man sich versieht, ist der Sommer da und die großen Ferien stehen an. Jetzt könnten die Uhren langsamer ticken, aber das tun sie leider nicht. Im Augenblick haben wir jedoch noch ganze sechs Wochen vor uns.

Das Wohnmobil steht bereits (fast) fertig bepackt vor der Tür. Es fehlen nur noch die großen Dinge, wie Surfbrett und Motorroller, dann könnte es, von mir aus, losgehen. Aber es ist wie jedes Jahr: obwohl die Schränke eigentlich schon zum platzen gefüllt sind, räumt man immer noch mehr Sachen ins Womo. 

Einen Live-Reisebericht mit täglicher  Aktualisierung wird es nach momentanem Kenntnisstand nicht geben. Dazu fehlen mir dieses Jahr die technischen Mittel. Aber es gibt in Griechenland vereinzelt offene WLAN-Hotspots. Also hoffe ich, dass ich hin und wieder Teile unserer Erlebnisse hochladen kann. Ob ich schreibe oder nicht, kann ich ohnehin nicht mehr selbst entscheiden. Das hat schon die Internet-Community erledigt, indem sie mich mit Emails voller Lob und der Bitte bombardiert hat, doch auf jeden Fall wieder zu berichten. Meine schwachen Einwände, dass es aus Griechenland eigentlich nichts Neues mehr zu berichten gibt wurden mit dem Argument entkräftet, es gäbe immer Neues zu entdecken und man interessiere sich jetzt schon aus Gewohnheit für unsere Reiseerlebnisse.

Zu Beginn des Urlaubs haben wir vier Tage Zeit, um die Fähre zu erreichen, die am Dienstag ab Ancona fährt. Um die 900 Kilometer bis zum Hafen möglichst kurzweilig zu gestalten, habe ich wieder einige Geocaches  entlang der geplanten Route herausgesucht. Das macht so eine Fahrt kurzweilig und interessant. Wir haben in den letzten Jahren auf allen großen Touren Geocaching betrieben.

Freitag, der 25. Juli 2008

Um 12:00 Uhr verlasse ich das Büro und mache mich auf den Heimweg. Es ist geschafft: der Urlaub bricht an. Zuvor verabschiede ich mich noch von den Kollegen, und höre mir die üblichen Frozeleien über meine sechswöchige Abwesenheit an. Aber inzwischen hat sich herumgesprochen, dass unsere Expeditionen einfach mehr Zeit erfordern.

Zu Hause ist Annemarie gerade vom Einkauf zurück und stapelt den Eingangsbereich des Wohnmobils mit Hundefutterdosen zu. 42 Tage sind auch 42 Dosen. Und für Trixi, die zu Hause bleibt und von Oma versorgt wird, musste Annemarie nochmals 42 Dosen einkaufen. Bei so einem Einkauf kommt schon einiges zusammen. Streu und Heu für Flöckchen und Schrubbi, die bei meinem Brunder unterkommen, füllen den Kofferraum der A-Klasse meiner Mutter, die Annemarie beim Einkauf geholfen hat.

Ich mache mich an die Arbeit. ich wuchte das Surfbrett aufs Dach, montiere die Motorradrampe, und lade den Roller auf. Danach Wassertank füllen und Gasvorrat kontrollieren: eine Flasche ist leer und eine noch fast voll. Also muss ich noch zum Baumarkt, um die leere Gasflasche zu tauschen. Annemarie räumt derweil einen Wäschekorb nach dem anderen  ins Wohnmobil. Und ich dachte gestern, das Wohnmobil wäre schon eingeräumt…

Als Annemarie fertig ist, mache ich mich auf den Weg zum Baumarkt. Dort tausche ich die leere Gasflasche und finde auch noch ein paar Dinge für den Urlaub, die im Schlussverkauf sind: einen Sonnenschirm, ein paar Luftmatratzen und ein Taucherset für Fabian. Anschließend prüfe ich an der Tankstelle den Reifendruck unserer mobilen Ferienwohnung.

Als ich wieder zuhause ankomme, ist es bereits 18:00 Uhr. Und das Wunder ist wahrgeworden: Annemarie und die Kinder sind fertig und warten bereits darauf, dass ich zurück komme. Wir verabschieden uns von Oma, die uns wieder einmal liebevoll bei den hektischen Reisevorbereitungen geholfen hat und machen uns auf den Weg.

Ich habe in den letzten Tagen einige Geocaches nahe unserer geplanten Route ermittelt. In den zwei Stunden bis 20:00 Uhr  finden wir noch drei der Caches nahe der Autobahn. Beim Hegaublick, einem berühmten Motorradtreff nahe der Schweizer Grenze, fnden wir einen Platz zum Übernachten auf einem Wanderparkplatz. Den hiesigen Geocache, der sich am Rand des Parkplatzes befindet, haben wir bereits vor drei Jahren, ebenfalls auf dem Weg nach Griechenland, geloggt.

Nach dem Abendessen nutze ich den letzten Abend mit deutscher UMTS-Flatrate, um nochmals Emails zu checken und diesen Reisebericht hochzuladen.  Aber freut euch nicht zu früh: morgen sind wir in der Schweiz und dann ist es vorbei mit der Flatrate…

Samstag, der 26. Juli 2008

Es ist sehr schön hier, das stelle ich bei meinem Morgenspaziergang mit Sissy fest. Die Raststätte in der Nähe trägt nicht von Ungefähr den Namen Hegaublick.

Sissy genießt die Morgensonne

Sissy genießt die Morgensonne

Unser Übernachtungsplatz 

 Unser Übernachtungsplatz

Nach dem Frühstück setzen wir die Fahrt fort. In Konstanz – warum führt uns dieses dämliche GPS-Gerät eigentlich über Konstanz? – kaufen Annemarie und die Kinder ein, während ich die Routenplanung meines GPS-Gerätes überprüfe und ich einige Aktualisierungen an der Homepage vornehme; jetzt aber wirklich zum letzten Mal, denn 5 Kilometer von hier beginnt die Schweiz.

Bei der Überprüfung des GPS-Tracks stelle ich fest, dass wir etwas von der geplanten Strecke abgekommen sind. Ich beschieße, einen Teil der Strecke, Richtung Singen zurück zu fahren, um wieder auf die geplante Route zu kommen. Unterwegs finden wir noch einen Cache in Singen und einen weiteren suchen wir vergebens. Gegen 16:00 Uhr überqueren wir die Grenze zur Schweiz. Ab jetzt sind wir offline. Nachdem alle weiteren Caches auf der  Strecke Umwege zur Folge hätten, lassen wir sie unbeachtet. Das Wohnmobil schnurrt so schön vor sich hin und die Kinder sind zufrieden. Als wir gegen 17:15 Uhr am Zuger See einen Aldi finden, macht Annemarie die Erfahrung, dass in der Schweiz die Supermärkte Samstags schon um 17:00 Uhr schließen. Sie hatte in Deutschland keine Wasserflaschen mehr gekauft, weil wir die Pfandflaschen nicht sechs Wochen durch die Gegend fahren wollten. Jetzt ist es jedoch zu spät zum Einkaufen. Wir kaufen das Trinkwasser für die nächsten Tage an einer Tankstelle.

Die Fahrt geht weiter. Am Vierwaldstätter See legen wir unsere obligatorische Pause ein und trinken einen Kaffee. Von Süden naht ein Gewitter. Über dem See und den angrenzenden Bergen bilden sich bedrohliche Wolkenformationen.

Wolken über dem Vierwaldstätter See

Wolken über dem Vierwaldstätter See

Nach einer ausgiebigen Pause setzen wir die Fahrt fort. Den Gotthardtunnel durchqueren wir heute in 15 Minuten, Annemarie stoppt jede Fahrt durch diesen Tunnel. Unser heutiges Etappenziel, die Raststätte Coldrerio, erreichen wir um 21:30Uhr. Hier werden wir heute übernachten.

Raststätte Coldrerio 

Raststätte Coldrerio

Ich genehmige mir noch ein Feierabendbier wir essen zu Abend und bald darauf schlafen wir alle tief und fest. 

Auf dem Rastplatz

Auf dem Rastplatz 

Sonntag, der 27. Juli 2008

Trotz der relativen Unruhe auf dem Platz schlafen wir gut und lange. Um 9:30 Uhr starten wir ausgeschlafen und gefrühstückt über die italienische Grenze bei Chiasso. Caches links und rechts der Strecke ignorieren wir ab jetzt. Heute ist Kilometerfressen angesagt. Wir nehmen die italienische A9 bis Lainate, wechseln dort auf die A8 und kurz vor Mailand auf die A4, um Mailand im Osten zu umfahren. Nach Mailand nehmen wir die A1 und fahren immer Richtung Südosten. Man könnte den Tempomat einstellen, das Lenkrad festbinden um hinten einen Kaffee zu trinken, so gerade verläuft diese Autobahn. Spaßeshalber lasse ich das GPS-Gerät eine Alternativroute abseits der Autobahn ermitteln. Die errechnete Strecke ist jedoch rund 100 Kilometer länger als die Route über die Autobahn. Das ist auch kein Wunder denn die Autobahnroute entspricht annähernd der Luftlinie.

Entsorgungsstation auf Autobahnstation

Auf italienischen Autobahnstationen finden sich immer wieder Entsorgungsstationen für Wohnmobile 

Kurz hinter Bologna legen wir einen Tankstopp ein. Ich tanke jedoch nicht mehr ganz voll sondern kalkuliere, dass weitere 20 Liter Diesel bis Ancona reichen werden. In Griechenland ist der Diesel nach meinen Informationen ca. 10 Cent billiger als in Italien, wo der Preis momentan ungefähr auf gleichem Niveau liegt, wie in Deutschland.

Sissy will auch etwas sehen

Sissy will auch etwas sehen. So ein kleiner Hund hat es schon schwer! 

Bei Cattolica verlassen wir die Autobahn. Insgesamt hat uns die Autobahn durch Italien ca. 24 Euro Maut gekostet. Den Rest der Strecke möchten wir am Meer entlang fahren. Der Straßenabschnitt zwischen Cattolica und Pesaro führt durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Die Straße windet sich in Serpentinen entlang der Küste. Die Gegend ist sehr bergig und man kommt nur langsam voran. Aber immer wieder wird man durch herrliche Ausblicke auf das weit unterhalb der Straße liegende Meer belohnt.

Blick aufs Meer

Blick aufs Meer 

Es ist wunderschön hier, aber einen Platz zum Übernachten werden wir hier wohl nicht finden. So gelangen wir also nach Pesaro und fahren weiter, auf der Adriatica genannten SS16 am Meer entlang weiter Richtung Fano.

Dort unten ist das Meer

Dort unten ist das Meer 

Unterwegs gibt es einige Strände, die man von der Straße aus sehen kann. Die Badegäste parken jedoch an der Straße und unterqueren die parallel zur Küste verlaufende Bahnlinie an vereinzelten Unterführungen. Das ist nichts für uns. Wir fahren weiter.

Die Bahnlinie ist uns schon aus früheren Jahren bekannt, als wir den gesamten italienischen Stiefel umrundet haben. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber die Italiener haben ihre gesamten Hauptverbindungslinien der Bahn entlang der Küsten gebaut. Wahrscheinlich deshalb, weil es an der Küste die wenigsten Steigungsstrecken gibt. Der Nachteil für Urlauber ist, dass man überall die Bahnstrecke entweder über- oder unterqueren muss. Die Unterführungen haben meist nur eine lichte Höhe von max. 2,5 Meter, sind also zu niedrig für Wohnmobile.

In Fano sehen wir rechts der Straße einen großen asphaltierten Platz, auf dem einige Lkws das Sonntagsfahrverbot abwarten und an dessen Rand zwei Wohnmobile stehen. Der Platz grenzt an eine Pizzeria, deren Anblick die Kinder dazu veranlasst, sich heftigst eine Pizza zu wünschen. Annemarie und ich sind uns nicht so sicher, ob dies ein geeigneter Platz zum Übernachten ist, aber gegen eine 'Pizza portare' (zum Mitnehmen) spricht nichts, und so ziehen Annemarie und Fabian los, um die Pizzen zu besorgen. Sie kommen jedoch nur mit zwei, statt mit vier Pizzen zurück. Annemarie erklärt, warum: Alle Pizzen seien verbrannt gewesen und sie hätte sich geweigert, diese Pizzen mitzunehmen. Gut, dass ich nicht dabei war. Ich hätte mir wahrscheinlich wieder ein Mauseloch zum Verkriechen gewünscht, als Annemarie mit dem Pizzabäcker diskutierte. Wir essen die beiden Pizzen und strecken das Mahl mit dem Inhalt unseres Kühlschranks. Übernachten werden wir hier sicher nicht, also werfe ich den Motor an und wir fahren weiter.

Hinter Fano kommen wir in voller Fahrt an einem Schild 'Sosta' mit Wohnmobilentsorgungssymbol vorbei (N43 48.425 E13 04.890). Ich steige auf die Bremse und suche einen Platz zum Wenden. Ein Sosta Camper, also ein Stellplatz für Wohnmobile, ist jetzt, in unserer Situation, genau das Richtige. An der Rezeption des Platzes erkundigen wir uns, ob es hier noch Platz für uns gibt. Es sind noch einige Parzellen frei und obwohl sich der Platz direkt neben der Bahnlinie befindet, beschießen wir zu bleiben. Wir einigen uns mit dem Platzbetreiber auf 27 Euro für 2 Nächte und einen Tag. Am Dienstag morgen um 9:00 Uhr werden wir weiter fahren. Bis Ancona sind es nur noch 40 Kilometer. Morgen kämen die Kinder schon mal ins Meer. Etwas Besseres finden wir sicher nicht mehr.

Wir richten uns auf unserer Parzelle etwas häuslich ein, fahren die Markise aus, stellen Tisch und Stühle auf und verbringen den Abend gemütlich vor unserem Wohnmobil, während sich die Kinder auf dem benachbarten Fußballplatz bei Flutlicht noch etwas austoben können.

In der Nacht höre ich jeden vorbeifahrenden Zug. Unser Standplatz liegt vielleicht 50 Meter von der Bahnlinie entfernt. Etwa alle 5 Minuten rast ein Zug mit mindestens 200 km/h am Platz vorbei. Güterzüge sind etwas langsamer und machen noch mehr Lärm. Ich bin froh, dass dieser Platz nur eine Durchgangstation für uns ist. Wie man hier Urlaub machen kann, ist mir schleierhaft. Die Italiener auf dem Platz scheint der Bahnlärm nichts auszumachen. Sie stehen teilweise unmittelbar neben den Gleisen und scheinen zufrieden zu sein. Also werden auch wir es hier für zwei Nächte aushalten.

Montag, 28. Juli 2008

Nach dem Frühstück gehe ich mit den Kindern zum Strand. Dazu muss man ca. 500 Meter am Zaun der Bahnlinie entlang, bis zu einer Unterführung laufen. Diese führt direkt zum Sandstrand. Wir suchen einen freien Platz für unsere Handtücher und stürzen uns ins Wasser. Den ganzen Vormittag verbringen wir am Strand, teils im Wasser und teils in der Sonne. Während die Kinder im Sand spielen, versuche ich mit der Videokamera die Situation am Strand einzufangen. Hier gibt es einen freien Bereich, wo man mit dem eigenen Sonnenschirm sein Tereorium absteckt. Direkt daneben stehen die Sonnenschirme fein säuberlich in Reih und Glied: immer zwei Liegestühle, ein Sonnenschirm. Hier versuchen einige Animateure, die Badegäste zu Discotänzen zu animieren – ein gelungenes Futter für das Objektiv meiner Videokamera.

Die Kinder buddeln im Sand 

Die Kinder buddeln zufrieden im Sand

Am Nachmittag lasse ich mir vom Platzbesitzer zeigen, wo ich in Fano den Reifen meines Rollers reparieren lassen kann. Der Hinterreifen verliert ständig die Luft. Solange das nicht repariert ist, kann ich in Griechenland keine Expeditionen mit dem Roller unternehmen. Unser Gastgeber bringt mich persönlich zu einem Reifenservice und erklärt dem Werkstattinhaber auch was für ein Problem ich habe. Daraufhin baut ein Mechaniker das Hinterrad meines Rollers aus, dichtet es ab und montiert das Rad wieder. Da er kein Loch im Mantel finden kann, vermutet er schleichenden Luftverlust zwischen Reifen und Felge. Er schmirgelt die Felge glatt, streicht ein Dichtmittel auf und montiert den Reifen wieder. 15 Euro kostet die Reparatur. Als ich zum Platz zurück komme, warten die Kinder schon auf mich, denn sie wollen zum Strand und Annemarie hat keine Lust. Ich bin ohnehin durch geschwitzt und opfere mich gerne.

Wir toben lange im Wasser herum. Nach Rückkehr vom Strand duschen wir – was sich allerdings als überflüssig heraus stellt, denn beim anschließenden Fußballspiel auf dem Bolzplatz rinnt uns der Schweiß in Strömen aus allen Poren. Also ist vor dem Abendessen nochmaliges Duschen angesagt.

Da wir morgen um 9:00 Uhr abfahrbereit sein müssen, räumen wir am Abend noch alles zusammen. Auch in dieser Nacht höre ich die Züge durch unser Schlafzimmer rasen. Eine Erholung ist der Schlaf auf diesem Platz sicher nicht.

Dienstag, 29. Juli 2008

Bereits um 8:30 Uhr haben wir ver- und entsorgt, bezahlt und uns von unserem Gastgeber verabschiedet.

An der Rezeption des Platzes

An der Rezeption des Platzes

Die Kinder schlafen noch. Wir nehmen die letzten 40 Kilometer nach Ancona unter die Räder. Unterwegs finden wir einen Lidl, wo wir unsere Vorräte auffüllen. Besonders viele Getränke kaufen wir ein. Jetzt, wo wir die Fähre fast erreicht haben, müssen wir nicht mehr so auf die Zuladung achten. Deshalb bunkern wir knapp 100 Kilogramm Wasser und Limonade in der Heckgarage unseres Wohnmobils. Die Kinder sind inzwischen auch wach und so frühstücken wir direkt auf dem Parkplatz des Lidl-Markes. 

Gegen Mittag erreichen wir den Hafen von Ancona. Die Hitze brütet mit knapp 35 Grad über dem Hafen, als wir in die Warteschlange der bereits wartenden Fahrzeuge am Gate 8 der Hafens eingewiesen werden. Hier wird in Kürze unsere Fähre , die „Europa Pallace“ der Minoan Lines anlegen.

Das Hafengebäude

Das Hafengebäude von Ancona 

Es stehen bereits einige Lkw und Pkw in der Warteschlange, jedoch nur wenige Wohnmobile. Das Einchecken verläuft auch so schnell wie noch nie. Ich bin der einzige Kunde am Schalter. Nach 30 Sekunden bin ich fertig und kehre zum Wohnmobil zurück Es ist merkwürdig wenig los. Vielleicht sind wir dieses Jahr besonders spät dran, mit unserem Start in den Urlaub. Vielleicht gibt es aber auch weniger Menschen, die sich noch eine Fähre nach Griechenland leisten können – ich weiß es nicht.

Yacht auf Lkw

Tolle Dinge werden nach Griechenland verschifft! 

Jetzt heißt es Warten. In unserer Reihe stehen noch zwei andere Wohnmobile. Eines davon, ein Hobby Sphinx, hat ein deutsches Kennzeichen. Dessen Besitzer spricht mich im Vorbeigehen an, ob ich Achim heißen würde. Er stellt sich als Frank vor. Wir hatten uns vor dem Urlaub im Forum der mobilen Freiheit kennen gelernt und über den Landweg nach Griechenland ausgetauscht. Franks Reiseziel ist die Türkei. Er ist mit Familie und Schwiegermutter unterwegs und hat, wie wir, sechs Wochen Zeit. Erst wollten sie die kroatische Küstenstrecke nehmen, haben dann aber umdisponiert und fahren jetzt mit der gleichen Fähre nach Igoumenitsa. Von dort aus führt ihre Route über den Kathara-Pass an den Meteora-Klöstern vorbei nach Nordgriechenland und dann weiter in die Türkei. Sie möchten bis Ölüdeniz und dann auf dem Landweg über Rumänien wieder zurück nach Hause. Sie haben einige Kilometer vor sich. Ich bin gespannt, wie ihre Fahrt verlaufen wird. Nach dem Urlaub werden wir uns in der Mobilen Freiheit wiedertreffen und unsere Erlebnisse austauschen. Für uns gibt es ja eigentlich nichts mehr zu berichten, denn was wir erleben werden, steht in diesem Reisebericht.

Durch unsere Unterhaltung haben wir nicht bemerkt, dass neben uns, verdeckt durch die wartenden Lkw, die Fähre angelegt hat. Mittlerweile beginnt schon die Entladung. Wir gesellen uns zu den Schaulustigen und bedauern die armen Ankömmlinge, deren Urlaub zu Ende ist.

Gegen 15:00 Uhr beginnt die Beladung. Als wir an der reihe sind und auf das Campingdeck rollen, werden wir an eine der großen Außenluken eingewiesen und kommen direkt neben mehreren großen Öffnungen zum Stehen, die einen großzügigen Ausblick auf das Meer ermöglichen. Auf beiden Seiten des Wohnmobils ist massig Platz. Wir können an einer der Außenluken sogar Tisch und Stühle aufstellen. Ein Sicherheitsnetz verhindert, dass unsere Sachen vom gedeckten Tisch ins Meer fallen können.

Tisch an der Reling

Unsere Terrasse an der Reling 

Das Ablegemanöver beobachten Sarah und ich vom Oberdeck aus. Nachdem wir abgelegt haben, erkunden auch Annemarie und Fabian das Schiff. Dabei entdeckt Annemarie im Bereich der Pullmann-Sitze einen Schwarzen, der mit starrem Blick, wie irre geradeaus schaut und dabei krampfhaft seinen Rucksack umklammert hält. Sie macht mich darauf aufmerksam und ich schaue mir den Typ, möglichst unauffällig, an. Mit ihm stimmt was nicht, soviel ist klar. Er sieht genau so aus, wie man sich einen Selbstmord-Attentäter vorstellt. Er trägt ein Talibanbärtchen und schaut wie ein Irrer stur geradeaus. Er scheint am ganzen Körper zu zittern. Auch wenn ich nicht glaube, dass von ihm eine Gefahr ausgeht, macht der Typ den Anschein, er entspringe einem Katastrophenfilm. Attentäter sprengt Mittelmeerfähre! Besser hätte man den Hauptdarsteller in diesem imaginären Katastrophenfilm nicht besetzen können, auch wenn ich glaube, dass echte Attentäter weniger auffällig aussehen.

Als wir wieder auf unserer Terrasse mit Meerblick, neben dem Wohnmobil sitzen, diskutieren Annemarie und ich, ob wir die Crew auf den Typen aufmerksam machen sollten. Annemarie macht sich echte Sorgen und beschließt, nochmals nach oben zu gehen. Die Kinder möchten in den Pool und begleiten sie. Kurze Zeit später gehe auch ich ihnen nach. Beim Pool angekommen, sehe ich schon eine größere Menschenmenge neben dem Schwimmbecken stehen. Die meisten davon sind Besatzungsmitglieder. Ich entdecke auch Annemarie, die in der Nähe sitzt und das Ganze genau beobachtet. Die Kinder plantschen derweil im Wasser. Ich geselle mich zu Annemarie und die erzählt mir, dass genau der Typ gerade neben dem Pool umgekippt sei. Der Bordarzt und einige Touristen, wahrscheinlich ebenfalls Ärzte, kümmern sich gerade um ihn. Zuvor sei der Typ an der Bar gesessen und hat ein Bier getrunken. Vermutlich steht er unter dem Einfluss von Medikamenten und hat das Bier nicht vertragen. Annemarie fragt sich nun, ob sie den Unfall nicht hätte verhindern können, indem sie die Crew schon vorher auf das sonderbare Verhalten dieses Mannes aufmerksam macht. Aber was hätte sie sagen sollen? „Dieser Mann macht mir Angst? Er sieht aus, wie ein Selbstmord-Attentäter?“

Jetzt ist steht der Mann jedenfalls unter Beobachtung und seinen Rucksack, den er so krampfhaft umklammert hielt, hat die Crew ebenfalls untersucht. Annemarie ist beruhigt und wir kehren gemeinsam zum Wohnmobil zurück. Hier decken wir den Tisch fürs Abendessen und anschließend spielen Annemarie und Sarah im Wohnmobil Karten, Fabian widmet sich dem Nintendo DS und ich baue an der Reling mein mobiles Büro auf, um mit herrlichem Ausblick auf das schwarze, rauschende Meer an meinem Reisebericht zu schreiben. Schon bald muss ich einen Fliespullover anziehen, denn es wird frisch. Der Fahrtwind tut sein Übriges. Wenn ich jetzt nicht aufpasse, hole ich mir eine kräftige Erkältung oder einen steifen Hals.

Nachdem ich die letzten beiden Tage niedergeschrieben habe, begebe auch ich mich ins Bett. Der Rest der Familie schläft bereits.

Mittwoch, 30. Juli 2008

Ich werde von der Lautsprecherdurchsage geweckt, in der darauf aufmerksam gemacht wird, dass man in 30 Minuten den Hafen von Igoumenitsa erreiche. Ich stehe auf, ziehe mich an und gehe mit der Videokamera aufs Oberdeck, um das Anlegemanöver zu beobachten. Zuvor schaue ich aber nochmals bei Frank vorbei, der hier in Igoumenitsa das Schiff verlassen wird. Ich wünsche ihm eine gute Fahrt.

Die Sonne brütet schon wieder erbarmungslos vom Himmel als ich oben ankomme. Das Schiff legt an und die ersten Fahrzeuge werden ausgeladen. Weit unten sehe ich Annemarie mit Sissy Gassi gehen. Offensichtlich nutzt Annemarie die kurze Pause, um Sissy die Möglichkeit zu geben, ihren morgendlichen Stinker auf dem griechischen Festland abzulegen.

Superfast-Fähre

Die Fähre von Superfast läuft kurz nach uns in Igoumenitsa ein

Nachdem es mir oben zu heiß wird,und genügend Videoaufnahmen im Kasten sind gehe ich wieder hinunter zum Wohnmobil. Die Kinder sind auch schon wach und bald darauf sitzen wir wieder auf unserer gemütlichen Terasse mit Meerblick an einem reich gedeckten Frühstückstisch. Während wie so gemütlich tafeln, legt das Schiff wieder ab. Es ist herrlich, hier zu sitzen und zu beobachten, wie das Schiff Fahrt aufnimmt und den Hafen verlässt.

Leeres Campingdeck

In Igoumentisa hat sich das Campingdeck geleert 

Jetzt muss ich alle Fotoapparate und die Videokamera auf die griechische Zeit umstellen, die eine Stunde vor unserer Zeit liegt. Dass alle Fotoapparate exakt die gleiche Uhrzeit eingestellt haben, wie unser GPS-Gerät, ist besonders wichtig, falls ich vorhabe, die Urlaubsbilder mit Geotags, also mit Koordinaten ihres Aufnahmeortes zu versehen. Dazu kann ich den Track unserer Tour verwenden, der ja ständig Position und Koordinaten aufzeichnet. Apropos Trackaufzeichnung: Da wir wieder einen günstigen Stellplatz an der Außenwand bekommen haben, kann ich die GPS-Antenne an der Bordwand des Schiffes anbringen, um jederzeit über unsere Position und die Geschwindigkeit informiert zu sein.

Den Vormittag verbringen die Kinder mit Spielen und ein paar Übungsaufgaben für die Schule. Letzteres muss sein, denn mathematische Genies sind die beiden nicht. Ein paar Textaufgaben am Tag helfen ihnen, notwendige Routine im Lösen solcher Aufgaben zu bekommen. Im Urlaub habe ich die Zeit, ihnen dabei über die Schulter zu schauen und notwendige Hilfestellungen und Erklärungen zu geben. Vor unserer Reise habe ich Bücher und Hefte gekauft, aus denen jeden Tag ein paar Aufgaben gelöst werden sollten. Wir haben vor, jeweils die Mittagsstunde, die Zeit der größten Hitze zu nutzen, die Kinder mit einigen Aufgaben etwas aus der Sonne zu holen. Ich schreibe derweil am Reisebericht weiter und verarbeite die Fotos.

Gegen 14:00 Uhr kommt Annemarie mit einer Zeitschrift von Minoan Lines vom Shoppen zurück. Sie hat sich in der Bordboutique schwarze Flipflops gekauft. Als die Zeitung auf dem Tisch liegt, fällt mein Blick auf die äußere Umschlagseite, auf welcher Werbung für den bordeigenen WLAN-Hotspot gemacht wird. Schade, das hätte ich früher wissen sollen. In einer Stunde erreichen wir Patras, jetzt lohnt es sich nicht mehr, noch ins Internet zu gehen.

Ankunft im Hafen von Patras

Ankunft im Hafen von Patras 

Und so ist es: pünktlich um 15:00Uhr, griechischer Zeit legen wir in Patras an. Bald darauf verlassen wir das Schiff und nach kurzem Stau an der Ausfahrt vom Hafen nehmen wir Kurs auf Kalogria. Das haben wir erst kurz vor Ankunft im Hafen beschlossen. Wir hatten zwei Richtungen zur Auswahl: Richtung Osten oder Richtung Westen. Da wir alle möglichst schnell ins Meer wollten, haben wir uns für Westen entschieden. Ca. 35km Luftlinie von Patras entfernt, befindet sich Kalogria. Dort wird unsere erste Station sein, um auch mental in Griechenland anzukommen. Dort wissen wir, was uns erwartet: herrlicher Sandstrand, ein Stellplatz, auf dem man normalerweise unbehelligt stehen darf und Stechmücken, die in der Dämmerung in Scharen über einen herfallen.

Zuvor halten wir noch beim A+B-Supermarkt, um die wichtigsten Utensilien fürs Abendessen einzukaufen: Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Schafskäse und Oliven. Dazu noch etwas zum Grillen, Brot, den leckeren Joghurt, und noch so einige Dinge, die zu Griechenland einfach dazu gehören.

Nach dem Einkauf fahren wir nach Kalogria. Als wir ankommen, stehen fünf Wohnmobile auf dem Platz. Wir müssen noch etwas warten, bis die Pkw-Badegäste abgereist sind, dann können wir uns hinter ein Sigmaringer Wohnmobil namens 'Wamolo' stellen. Die Kinder uns ich stürzen uns sofort nach Ankunft ins Meer und toben lange Zeit darin herum. Als die Badegäste wegfahren, parken wir um und machen uns mit unseren heutigen Womo-Nachbarn bekannt: Walter, Monika und Lorenz, daher auch der Namen des Wohnmobils. Gute Idee! So kann man sich die Namen besser merken.

In Kalogria

Kalogria 

Am Abend sitzen wir zusammen, lassen uns von den Stechmücken fressen und unterhalten uns bis Mitternacht über Erlebnisse in Griechenland. Die Sigmaringer sind jedes Jahr hier und kennen viele Originale unter den Griechenlandfahrern. Einige davon kennen auch wir und so haben wir viele Anekdoten auszutauschen.

Sonnenuntergang

 Der erste Sonnenuntergang über dem Meer in diesem Jahr

Donnerstag, 31. Juli 2008

Es ist brütend heiß und sehr windig. Immer wieder fegen Staubfahnen über den Platz. Trotzdem brauchen wir Schatten und so fahre ich die Markise aus und sichere sie mit allem, was mir zur Verfügung steht: Sturmband, Sturmstange, und weiteren Abspannbändern. Es gibt nicht viel zu berichten, vom heutigen Tag. Wir baden und faulenzen. Die Sigmaringer sind schon am Morgen aufgebrochen und wir schmoren in der sengenden Hitze. Wir haben es ja nicht anders gewollt. Am Nachmittag sieht man in der Ferne, Richtung Westen, eine Qualmwolke. Es brennt also wieder. Bei den heutigen Sturmböen wird so ein Feuer auch kräftig angefacht. Etwa zwei Stunden später scheint das Feuer jedoch wieder aus zu sein.

Der Rollerreifen verliert übrigens immer noch Luft. Die Reparatur in Italien war also vergebens. Am späten Nachmittag fahre ich mit dem Roller in die nahe gelegene Ortschaft, um Brot zu kaufen und den Reifen wieder aufzupumpen. Zwei Tage scheint er die Luft halten zu können.

Das Meer ist durch den Sturm deutlich kälter geworden. Ball spielen kann man auch nicht mehr, denn man läuft Gefahr durch einen unbedachten Wurf den Ball zu verlieren. Er wird durch den Wind so schnell abgetrieben, dass man ihn schwimmend kaum noch einholen kann. Morgen fahren wir weiter beschließen wir gemeinsam. Und so räumen wir am Abend alles auf und bringen das Wohnmobil in einen abfahrbereiten Zustand. Heute Abend wollen wir in der Dämmerung im Wohnmobil sein und uns nicht wieder den Mücken zu Fraß ausliefern. Annemarie kocht und wir essen im Wohnmobil. Nur ich bin anschließend draußen noch mit den restlichen Aufräumarbeiten beschäftigt. Dabei erwischen die Stechbiester mich dann doch. Zehn Mückenstiche pro Fuß zählen die Kinder am nächsten Morgen.

 

Freitag, 1. August 2008

Da keine Stühle mehr draußen stehen, müssen wir im Wohnmobil frühstücken. Anschließend brechen wir auf und verlassen Kalogria in Richtung Killini. Wir denken nochmal kurz darüber nach, ob wir von hier aus nach Osten fahren sollen, aber die Kinder plädieren für Baden und den Strand von Nakos' Taverne. Also gut, wir fahren nach Killini. Unterwegs tanken wir für 1,29€ pro Liter Diesel unser Wohnmobil randvoll.

Später kommen wir an einer Motorradwerkstatt vorbei. Spontan kommt mir die Idee, hier zu fragen, ob man den Reifen meines Rollers reparieren kann oder eventuell sogar einen neuen Reifen vorrätig hat. Dass der Roller momentan auf der Motorradrampe steht, ist von Vorteil. Wenn man das Hinterrad ausbauen möchte, muss zuerst der Auspuff weg. Wenn der Roller jedoch vorher gefahren ist, ist der Auspuff heiß. Neben der Werkstatt befindet sich ein Reifenservice, der mit der Motorradwerkstatt zusammenarbeitet. Dorthin verweist mich der Inhaber der Werkstatt. Ich lade den Roller ab, bringe ihn in die Halle des Reifendienstes und der Monteur pinselt die Lauffläche mit Seifenlauge ein. Tatsächlich findet er recht schnell eine Stelle, wo sich Blasen bilden. Mit einer spitzen Ahle vergrößert er das Loch in der Lauffläche des Reifens und stopft es dann mit einer Gummimasse, die er einfach in das Loch drückt.

Reifenwerkstatt

Reifenreparatur auf griechisch 

So repariert er den Reifen, ohne ihn zu demontieren. Fünf Euro bezahle ich für diese Reparatur, die nur wenige Minuten gedauert hat. Ich frage mich jetzt wirklich, warum der Reifendienst in Italien das Loch nicht finden konnte.

In Neohori bleiben wir stehen, um Frischwasser zu bunkern. Ich fülle 15 Gießkannen á 10 Liter ein, dass müsste für die nächsten Tage reichen.

Wassertank füllen

Achim beim Füllen des Wassertanks 

Annemarie mit Einkauf

Annemarie kauft derweil Obst und Gemüse ein

Auf dem Parkplatz bei Nakos' Taverne stehen bereits einige Wohnmobile, darunter auch das Wamolo-Mobil. Für uns gibt es zunächst keinen Platz am Meer. Wir begrüßen Nakos, Diana und den Rest der Familie. Die Kinder, besonders Fabian werden von Diana in den Arm genommen. Fabians Sorge, ob Diana ihn noch kennen würde, war also unbegründet. Trotz des herzlichen Empfangs schauen wir noch am Golden Beach vorbei, aber dort gibt es auch keinen freien Platz für uns. Also kehren wir zu Nakos zurück und stellen uns mitten auf den Platz, um zu warten, ob im Laufe des Tages jemand wegfährt.

Die Kinder verschwinden an den Strand, Annemarie findet Österreicher, mit denen sie sich stundenlang unterhält und ich sitze einige Zeit an der Kante des Parkplatzes und beobachte die Kinder am Strand. Später ziehe ich mich ins Wohnmobil zurück, um etwas zu schreiben. Mitten auf dem Platz zu stehen und darauf zu lauern, dass jemand wegfährt, ist nicht mein Ding. Lieber würde ich weiterfahren. Aber mit diesem Wunsch bin ich im Augenblick wohl alleine, also behalte ich ihn für mich.

Annemarie hat sich mal wieder warm gequatscht und verbringt den restlichen Tag bei ihren Landsleuten. Die Österreicher werden morgen wegfahren und einen ausreichend großen Platz an der Kante zum Strand freimachen. Annemarie meint, ich solle das Wohnmobil direkt hinter die Österreicher in zweite Reihe stellen. Wenn morgen Mittag der Platz frei wird, könnten wir uns direkt hinein stellen. Ich stelle das Wohnmobil also um. Anschließend fahre ich mit dem Roller noch etwas in der Gegend herum.

Im Hafen von Killini

Im Hafen von Killini 

Fabian und ich gehen am Abend zu Nakos, um Souvlaki zu essen. Wir beide machen heute mal einen richtigen Männerabend. Die Frauen haben sich am Nachmittag Nudelsuppe gekocht. Na ja, jeder wie er's mag. Als es schon dunkel ist und die Kinder auch im Bett sind, setze ich mich auch noch etwas zu den Österreichern. 

Samstag, der 2. August 2008

Nach dem Frühstück, dass wir heute im Womo zu uns nehmen, begebe ich mich an den Strand. Das Wasser ist ziemlich kalt geworden. Der starke Wind der letzten zwei Tage hat das warme Wasser offenbar weggeblasen.

Ich sitze am Strand und versuche meinen iPod dazu zu bringen, wenigstens noch ein bisschen zu funktionieren. Erst im Frühjahr hatte ich mir einen neuen iPod Classic 160GB geleistet, nachdem sein Vorgänger das zeitliche gesegnet hat. Seit dem Urlaub macht der neue iPod aber auch nur noch Zicken. Er setzt sich ständig selbst zurück. Manche Alben kann ich überhaupt nicht mehr anhören. Bei jedem Versuch, ein Album anzuspielen, macht es im Inneren des Gerätes 'Klack' und dann erscheint für mehrere Minuten der angebissene Apfel im Display. So ein Mist! Nach dem Urlaub werde ich das Teil sofort einschicken.

Hinter Nakos' Taverne entdecken die Kinder eine Katzenfamilie mit sechswöchigen Babies. Die Kleinen sind zu knuddelig. Ich hole die Kamera und filme die tapsigen Wesen.

Katzenbabies

Knuddelige Katzenbabies 

Gegen Mittag verabschieden sich die Österreicher und unser Platz wird frei. Jetzt haben wir einen schönen Platz mit Blick auf das Meer. Die Sonne brennt vom Himmel, und so fahren wir die Markise aus. Ich habe mir heute Vormittag einen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln geholt, deshalb muss ich jetzt im Schatten bleiben. Am Nachmittag fahre ich zusammen mit Lorenz nach Kastro zum Einkaufen.

Unser Stellplatz

Unser Stellplatz 

Sonst gibt es nicht viel zu erzählen. Im Laufe des Tages wird das Wasser wieder wärmer. Wir verbringen den Tag mit Backgammon, Strandtennis und Baden. Das Tagesprogramm wird sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern, denn etwas anderes kann man hier nicht unternehmen. Vielleicht werde ich mit dem Roller mal wieder eine etwas ausgedehntere Tour ins griechische Hinterland unternehmen.

In der Abendsonne

Der Platz in der Abendsonne 

Sarah hat eine neue Freundin gefunden. Sie steht mit ihren Eltern auf dem benachbarten Campingplatz Melissa. Weil sich die Mädchen so gut verstehen, beschließen ihre Eltern noch für einen Tag auf unseren Platz umzuziehen.