Warum enden eure Reiseberichte eigentlich im Jahr 2010?

Diese Frage bekomme ich immer wieder per Email gestellt. Die Antwort ist einfach: weil sich danach unser Reiseverhalten geändert hat. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Wir konnten nicht mehr die ganze Zeit zusammen verbringen und brauchten daher ein Reiseziel, dass bequem auch mit dem Zug erreichbar war, damit man jederzeit nachkommen oder früher wieder abreisen konnte.
  • Aus den Kindern waren Teenager geworden, die andere Ansprüche an den Urlaub stellten. Es waren dauerhafte soziale Kontakte gefragt und nicht mehr die temporären, die sich ergeben, wenn man sich irgendwo an einem Strand trifft, ein paar Abende gemeinsam grillt und dann in verschiedene Richtungen weiterfährt.
  • Ich habe begonnen, meine Leidenschaft, das Gleitschirmfliegen zu intensivieren. Deshalb war mir ein Reiseziel, an dem ich diesem Hobby uneingeschränkt und nahezu täglich fröhnen konnte, sehr willkommen.

Und so war unser Reiseziel die nächsten Jahre immer das gleiche: vier Wochen Campingbad Ossiacher See. Ich sah deswegen keine Notwendigkeit mehr, weitere Reiseberichte zu schreiben.

Natürlich gab es weitere Reisen, über die man hätte berichten können. Aber es gab noch ein anderes Problem mit unserer alten Homepage: Die PHP-Programme, des CMS (Content Management System) hatte ich zu weiten Teilen selbst geschrieben. Und wie das nun mal so ist, hatte ich aufgehört an den Programmen zu arbeiten, als die Homepage funktionierte. Das hatte zur Folge, dass die Administration nicht ganz unkompliziert war. Wenn man nun ein paar Jahre nichts mehr geschrieben hat, wird die Hürde, sich wieder in das Thema einzuarbeiten, immer größer. Und da Urlaub eigentlich Urlaub sein soll, lässt man es einfach bleiben und schreibt keine Berichte mehr.

Vielleicht ändert sich das jetzt aber wieder. Mal sehen…?

Reiseberichte nach WordPress migriert!

Es ist vollbracht! Ich habe unsere alte Homepage nach WordPress migriert. Die Erinnerungen der letzten 21 Jahre Wohnmobil-Reisen wurden in einen Blog umgewandelt und so für die Nachwelt erhalten. Um die Reiseberichte zu finden, nutzt einfach die Kategorieauswahl rechts neben dem Blog oder verwendet die Suchfunktion. Tipp: unser erster Reisebericht stammt aus dem Jahr 1997!

Bitte seht mir nach, wenn einzelne Blogbeiträge etwas merkwürdig formatiert aussehen oder es den einen oder anderen toten Link gibt. Die Homepage hat 21 Jahre Entwicklungsgeschichte des Internet durchlebt und jedes Jahr haben sich die Technik, sowie meine Möglichkeiten als Homepagebetreiber erweitert. Das sieht man an den Berichten. Deshalb wäre ich dankbar, wenn ihr mir schreiben und mich auf eventuelle Fehler aufmerksam machen würdet. Ich werde dann versuchen, diese Seiten nachzubearbeiten.

Entstehungsgeschichte unserer Homepage

Bei all dem neumodischen Blingbling ist letztlich der Inhalt das entscheidende. Und der ist unverändert geblieben. Was vor 21 Jahren geschrieben wurde, ist heute auch für mich nur noch eine schöne Erinnerung!

Willkommen auf der neuen Homepage von Familie Kaluza

Gestern habe ich die alte Homepage www.familie-kaluza.de vom Netz genommen. Sie war nicht mehr aktuell und nach einem serverseitigen PHP-Update warfen die Skripte mit Fehlermeldungen um sich. Jetzt überlege ich, was ich damit tun soll. Ich bekomme immer noch Emails von Freunden unserer Reiseberichte. Nachdem seit den beschriebenen Reisen schon so viele Jahre vergangen sind, wundert mich das eigentlich. Ich überlege aber ernsthaft, die Reiseberichte in ein neues Format zu bringen und sie dann wieder ins Netz zu stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich darüber freuen würden.

Update: Die Reiseberichte sind wieder verfügbar. Ich habe sie in den Blog migriert.

Samstag, der 28. August 2010

Heute morgen frühstücken wir noch alle zusammen, bevor wir uns von unseren Freunden verabschieden, um die letzten 180 Kilometer bis nach Hause unter die Räder zu nehmen. Auf Wiedersehen, liebe Freunde,  und vielen Dank für Eure Gastfreundschaft. Wir werden uns wahrscheinlich in drei Wochen schon wiedersehen. Das wurde gestern Abend vereinbart. Erst danach darf unser Wohnmobil in den Winterschlaf gehen.

Gegen 14:00 Uhr treffen wir zuhause ein. Annemarie arbeitet noch, und so nutzen wir die Zeit, um schon einmal die meisten Dinge aus dem Wohnmobil ins Haus zu schaffen. Zuerst werden natürlich unsere beiden vierbeinigen Lieblinge Sissy und Nakos begrüßt. Die zwei haben uns sehr gefehlt. Und es macht den Eindruck wir haben ihnen auch gefehlt.

Und so endet unser diesjähriger Reisebericht. Es war eine erlebnisreiche Reise, die leider nicht nur von gutem Wetter gesegnet war. Dieser August war eher ein herbstlicher Monat. Wie ich schon geschrieben habe, finde ich es ungerecht, dass wir in Baden-Württemberg immer so spät Sommerferien haben. Die Kinder und ich sind uns einig, dass dies für lange Zeit unser letzter Sommerurlaub in deutschen Landen war. Nächstes Jahr geht’s auf alle Fälle wieder Richtung Süden. Welches Land, das steht noch nicht fest. Auf jeden Fall aber ein Land mit Sonnengarantie. Die hat man leider in Deutschland im August nicht. Aber das wussten wir schon vor den Ferien und haben uns bewußt darauf eingelassen. Nichtsdestsotrotz sind wir nun froh, wieder in unserem schönen neuen Haus zu sein.

In den nächsten Tagen werde ich wahrscheinlich Teile des Berichtes nochmals aktualisieren, um Fehler zu beseitigen, Formulierungen zu verbessern und GPS-Koordinaten nachzutragen. Ich hoffe, der Bericht hat Euch wieder gefallen und freue mich natürlich, wie immer, über Eure Zuschriften!

Tschüss,
Euer Achim!

Freitag, der 27. August 2010

Nachts um 1 Uhr tobt ein mächtiges Gewitter, das von heftigen Sturmböen begleitet wird. Der Regen trommelt in Sturzbächen auf’s Wohnmobildach und auf die Seite, aus der der Sturm gerade peitscht. Bei uns ist alles dicht, also mache ich mir wegen des Wetters keine Sorgen. Ganz anders am Haus direkt vor unserem Stellplatz. Trotz des heftigen Regens laufen hier Menschen im Freien herum. Das Haus ist hell erleuchtet. Als ich durch das Seitenfenster genauer hinschaue, sehe ich, dass hier gerade der Keller ausgepumpt wird. Michaela hatte es gestern schon einmal angedeutet: bei starkem Regen werden bei manchen Häusern die Keller geflutet. Das scheint hier und heute offensichtlich wieder der Fall zu sein.

Irgendwann ist der Spuk jedoch vorbei, und ich kann in Ruhe weiterschlafen. Morgens kaufe ich frische Brötchen und wir frühstücken, bevor wir unseren Gastgebern wieder auf die Pelle rücken. Den Tag verbringen wir mit allem Möglichen: wir suchen zwei Geocaches, mit denen ich die Schnapszahl 1111 gefundener Caches erreiche, wir gehen einkaufen, spielen mit der Wii und unterhalten uns. Letzteres bei einer Flasche F…en bis spät in die Nacht. Es ist mal wieder sehr lustig. Der Abend endet erst, als Fabian gegen 0:30 Uhr von sich aus ins Bett möchte.

Donnerstag, der 26. August 2010

Heute morgen erwache ich von einem Rasenmäher. Die Wiese rund um den Stellplatz wird gemäht. Da das Hinterteil unseres Wohnmobils in den Rasen ragt, wird bis ans Wohnmobil heran gemäht. Ein Blick auf die Uhr: es ist 7:00 Uhr. Kurze Zeit später ist an Weiterschlafen ohnehin nicht mehr zu denken. Direkt hinter uns befindet sich eine Schule und die ersten Schulkinder treffen ein. Ich stehe auf, ziehe mich an und schleiche mich ins Führerhaus. Die Kinder scheinen nichts von dem morgendlichen Lärm mitbekommen zu haben. Ich lasse sie schlafen.

Die Fahrt geht wieder auf die A7. Ich zockle gemütlich dahin. Teilweise ist die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Wenn die Kinder während der Fahrt noch im Bett liegen, fahre ich ohnehin langsamer und noch vorsichtiger. Zwischendurch halte ich immer wieder einmal, um schnell einen Rastplatz-Cache zu suchen. Irgendwann fahre ich von der Autobahn ab, um gleich darauf mit frischen Brötchen wieder aufzufahren. Gegen 9:30 Uhr halte ich auf einem Parkplatz, um das Frühstück zuzubereiten. Die Beiden liegen noch im Bett und genießen das Geschaukel.

Aufstehen!

Blick vom Aussichtsturm der Raststätte „Taunusblick“

Nach dem Frühstück legen wir eine längere Pause ein, in der ich mich nochmals etwas hinlege. Ich bin heute morgen sehr früh aufgestanden und bin noch müde. Eine halbe Stunde später geht es ans Geschirr abspülen und dann fahren wir weiter. Um 14:00 Uhr wollten wir eigentlich in Viernheim sein. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir unser Ziel, die Familie Schröder.

Es gibt ein großes Hallo, man sieht sich viel zu selten. Den restlichen Tag sitzen wir zusammen und unterhalten uns. Am späten Nachmittag fahren Sarah, Fabian, Philip und Simon mit dem Fahrrad Minigolf spielen. In der Zwischenzeit kommt Robert von der Arbeit und es wird ein gemütlicher Abend, den wir leider früher als gewohnt beenden müssen. Schließlich sind in Hessen der Sommerferien schon seit zwei Wochen vorüber. Philip und Simon müssen morgen früh zur Schule. Aber auch für Sarah und Fabian wird es allmählich Zeit, dass sie sich wieder an normale Zeiten gewöhnen. Ihren normalen Tagesrhytmus haben sie in den letzten vier Wochen verloren.

Mittwoch, der 25. August 2010

Wieder einmal weckt mich das auf 8:00 Uhr gestellte iPhone. Ich stehe auf, erledige die Morgentoilette und ziehe mich an. Die Kinder schlafen noch. Zuerst muss ich abwaschen, denn das haben wir seit dem gestrigen Frühstück nicht getan und dies rächt sich heute morgen: keine sauberen Kaffeetassen mehr im Schrank! Nach dem Abwasch setze ich Kaffeewasser auf und decke den Frühstückstisch. Jetzt werfe ich meine Zwei aus dem Bett: „Frühstück ist fertig“. Same procedure as every morning. Nach zehnmaliger Wiederholung der Aufforderung rutscht die Bande aus dem Alkoven direkt an den gedeckten Frühstückstisch.

Unser heutiger Schlafplatz bei N52 23.321 E9 41.559

Nach dem Frühstück waschen wir sofort nochmals das das Geschirr ab und machen uns dann auf den Weg zu Sea Life. Es ist nicht weit bis dort hin. Um 9:10 kommen wir an, nur um dort fest zu stellen, das Sea Life erst um 10:00 Uhr öffnet. Meine Lieblinge schnauzen mich an: „Wir hätten eine Stunde länger schlafen können!“. Was machen wir nun die eine Stunde? Gott sei Dank habe ich mein iPhone dabei. Die Geocaching App zeigt mir an, dass es im Park auf der anderen Straßenseite einen Cache gibt. Nur widerwillig folgen mir meine zwei Gefährten die 300 Meter bis zum Döschen. Als wir es in den Händen halten, stellen wir fest, dass kein Stift in der Dose ist. Just in diesem Augenblick stapft ein Ex-Muggel daher, der gerade mit seinem neuen iPad seinen ersten Cache sucht. Er leiht uns seinen Kugelschreiber und wir zeigen ihm dafür, wo der Cache versteckt ist.

Sea Life Hannover (N52 23.504 E9 41.937)

Als Sea Life seine Pforten öffnet, kommen unsere Jahreskarten zum ersten Mal zum Einsatz. Wir müssen nichts bezahlen und sind die ersten, die das Aquarium heute betreten dürfen.

Da man nicht blitzen darf, ist es nicht so einfach, unverwackelte Fotos zu bekommen. Ich habe nur meine kleine Ixus dabei

Sarah vor einem der zahlreichen Aquarien

Im großen runden Salzwasserbecken gibt es unter anderem auch Rochen

Fütterung der Fische in dem großen Becken. Die Rochen haben ihr Maul auf der Unterseite. Um zu fressen, schwimmen sie mit geöffnetem Maul dicht über den Grund des Beckens.

Auch Sarah versucht, einige scharfe Aufnahmen als Erinnerung in ihren Knipskasten zu bekommen

Eine Muräne

Der berühmte Tunnel unter dem 300.000 Liter Meerwasseraquarium

Es gibt viel zu sehen!

Nemo ist auch hier

Piranhas

Außer Fischen gibt es unter der Kuppel auch einen tropischen Urwald

Gegen Mittag verlassen wir Sea Life wieder. Drei Stunden waren wir drin und haben uns jeden Fisch mindestens drei Mal angeschaut. Es ist schön, das mal gesehen zu haben. Jeden Tag müsste ich aber nicht hinein.

Wir starten das Wohnmobil und machen uns wieder auf den Weg. Das Navi ist jetzt auf Viernheim programmiert. Dort wohnen unsere Freunde, die wir besuchen wollen und müssen. Sarah besteht nämlich darauf. Warum, das darf ich hier nicht schreiben. Ist auch egal – jedenfalls versucht uns das Navi durch die Stadt Hannover, Richtung A7 zu führen und mir bleibt nichts anderes übrig, als die Ansagen des Navis konsequent zu ignorieren um der grünen Umweltzone auszuweichen. Wenigstens ist hier eine Umweltzonen-Umleitung ausgeschildert. So erreichen wir die Autobahn, ohne gegen idiotische Gesetze verstoßen zu haben. Ab jetzt geht es mal mit 100 und mal mit 80 km/h dahin. Die A7 ist eine echte Holperpiste, die wegen des schlechten Zustandes teilweise auf 80 km/h begrenzt ist.

Am Rastzplatz Hildesheim bleibe ich stehen, um zwei Dinge zu erledigen: erstens möchte ich mich bei unseren Freunden per Email anmelden und zweitens suche ich Caches entlang der Route heraus, die direkt an der Autobahn liegen und uns ein paar Pausen verschaffen. Der erste Cache befindet sich in knapp 100 Kilometer Entfernung auf einem Parkplatz. Und weiter geht die Fahrt. Nach kurzer Zeit trifft die Email mit der Antwort unserer Freunde ein. Man erwartet uns morgen Mittag. Das triff sich gut: wir haben noch knapp 400 Kilometer vor uns. Die können wir nun ganz gemütlich unter die Räder nehmen. Ich habe eine Idee. Während wir so dahon rollen, lasse ich mir vom Navi anzeigen, wo sich ein Spaßbad direkt an der Strecke befindet. In Göttigen gibt es das Badeparadies Eiswiese. Auch wenn der Name nicht gerade einladend klingt, erweitere ich unsere Route um diese Station.

In Göttingen angekommen, stellen wir das Wohnmobil nahe des Badetempels ab, packen unsere Badesachen zusammen (darin sind wir schon routiniert) und machen uns auf ins Bad. 15 Euro für drei Stunden ist angesichts des gut ausgestatteten Bades kein überhöhter Preis, was man vom Parkplatz nicht behaupten kann. Wohnmobile müssen auf dem ausgewiesenen Wohnmobil-Parkplatz des Bades parken. Parkgebühr für 24 Stunden: 9€. Mindestparkgebühr: ebenfalls 9€. Hallo? Wir wollen nur baden, nicht schlafen. Deshalb steht unser Wohnmobil nun im nahegelegenen Wohngebiet an der Straße.

Das Bad ist schön, verfügt über zwei Rutschen, hat diverste Erlebniseinrichtungen, wie zum Beispiel einen Springbrunnen, Massagedüsen, und einen Strömungskanal. Die Wassertemperatur ist mit 30°C noch wärmer als in Soltau. Die drei Stunden sind im Nullkommanichts vorüber und wir duschen noch ausgiebig, bevor wir zum Wohnmobil zurück kehren.

Badeparadies Eiswiese (N51 31.362 E9 55.808)

Es ist nun kurz vor 20:00 Uhr und meine beiden haben einen Riesenhunger. Döner wäre jetzt angesagt, meint Fabian. Sarah ist der gleichen Meinung. Also gut: der nächste Döner-Imbiss an der Strecke ist unserer. Dumm nur, dass wir auf der Weiterfahrt keinen Döner mehr finden. Wir finden gar nichts mehr. Ruckzuck sind wir wieder auf der Autobahn. Wir haben noch Fleisch im Kühlschrank. Ich biete an, auf dem nächsten Parkplatz anzuhalten und etwas Warmes zum Essen zu kochen. Da komme ich bei meinen beiden Mitreisenden aber an die Falschen! Ich habe Döner versprochen (hab ich???), und jetzt wollen sie Döner! Ok, Ich verlasse die Autobahn bei Hedemünden wieder und folge der Umleitungsstrecke U78. Irgendwann wird die Straße schon an einem Döner-Imbis vorüber führen. Tatsächlich, die nächste größere Stadt, Hannoversch Münden, wie sich später herausstellt, verfügt über einen türkischen Grillimbiss. Ich quetsche das Wohnmobil auf den viel zu schmalen Parkstreifen und will gerade mit den Kindern den türkischen Grill betreten, als auf der Straße ein Mercedes anhält, und der Fahrer mir zuruft, es wäre besser, wenn ich den Rückspiegel auf der Fahrerseite einklappen würde. Gute Idee! Ich mache, was mir geraden wurde. Der Fahrer rangiert seinen Mercedes auf die Fahrbahnseite, steigt aus, kommt auf mich zu und meint, dass er mich kennen würde. Ich sei doch Achim Kaluza. Gerade erst heute Mittag hätte er unseren Bericht gelesen und wüsste, was wir bis jetzt unternommen hätten. In Griechenland seien wir auch schon einmal aneinander vorbei gefahren. Ich bin relativ platt. Die Welt ist doch ein Dorf. Wir bekommen noch ein paar Tipps, wo wir übernachten könnten und was wir morgen anschauen könnten und dann verabschieden wir uns wieder. Seinen Namen habe ich mir gemerkt, wir werden nach dem Urlaub bestimmt nochmals Email-Kontakt haben.

Die Kinder sind begeistert und erzählen mir später noch mehrfach, dass ich ihrem Protest zu vedanken hätte, dass wir doch noch Döner gesucht hätten und wir nur deshalb den netten Mann kennen gelernt hätten. Die Döner sind auch nicht schlecht. Wir essen sie auf einem nahe gelegenen Wohnmobil-Stellplatz (N51 25.005 E9 39.687). Ob es der ist, der uns empfohlen wurde, weiß ich nicht, aber es ist der nächstgelegene nach unserer POI-Datenbank. Hier essen wir zu Abend und gehen dann schlafen. Das heisst, die Kinder gehen schlafen. Ich habe noch meinen heutigen Bericht abzuliefern.

Dienstag, der 24. August 2010

Sarah kommt um acht Uhr ganz aufgeregt zu mir ins Bett gehüpft. „Papa, Papa! Schau mal aus dem Fenster! Die Sonne scheint!“. Tatsächlich haben wir heute einen etwas windigen, und teilweise bewölkten aber traumhaft schönen Tag vor uns. Heute nutzen wir den ganzen Tag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr voll aus und können alle Attraktionen mehrfach fahren. Von den Fahrgeschäften im Maya-Tal halten wir uns, bis auf Breakdance, fern. Fabian fährt aber heute auch fast alle Achterbahnen mit uns. Sarah und mich schickt er jeweils als Dummies vor, um danach Sarah zu befragen, wie es ihr gefallen hat. Sarah ist natürlich immer begeistert, sodass Fabian jeweils bei der zweiten Fahrt mit dabei ist. Hinterher ist er immer sehr stolz, seinen inneren Schweinehund besiegt zu haben. Nur auf den Kolossos, die größte Holzachterbahn der Welt, traut er sich nicht.

Eingang des Heideparks

Die Schweizer Bobbahn

Sarah und Fabian in der Achterbahn „Limit“

„Limit“ am Ausgang eines Loopings

Die Achterbahn „Bigloop“

Das Ding hat Sarah und mir gestern den Rest gegeben

Und danach war Fabian so schlecht

„Kolossos“ die größte Holzachterbahn der Welt. Im Guinnes-Buch der Rekorde eingetragen

Nass werden wir heute nur durch gewisse Attraktionen, wie zum Beispiel Rafting…

… oder die „ToPiLauLa-Schlacht“, wo sich die Matrosen der Schiffe und die Landratten gegenseitig mit Wasserkanonen beschießen

Blick über den See und die 35m hohe Freiheitsstatue

Die Aufführung „Der Schatz der Maya“ am Ufer des Sees

Mit Stepptanz-Einlagen…

… und Artistik

Anschließender Fototermin mit den Stars

Es gibt auch Attraktionen, die ich alleine machen muss

Die Kinder fahren derweil lieber mit dem kleinen Bruder „Screamy“

Die zweite Show dieses Tages. Diesmal in der Bucht der Piraten. Der Piraten-Käpt’n hat verdammte Ähnlichkeit mit Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“, findet ihr nicht?

Auch wieder mit akrobatischen Einlagen

Blick auf die Piraten-Showbühne von der Hochbahn aus

Sarah und Fabian in der Schiffschaukel

Und hoch die Arme!

Sarah chauffiert mich noch eine Runde im Oldtimer spazieren

Am Abend, als wir den Park müde und abgekämft verlassen, sind wir uns einig: einen dritten Tag brauchen wir hier nicht mehr. Lieber schauen wir uns morgen Sea Life in Hannover an. Also fahren wir noch etwas einkaufen, holen bei McDonnalds ein paar Hamburger fürs Abendessen und rollen dann über die A7 nach Hannover.

Dort stellen wir fest, dass Sea Life in einer Umweltzone liegt, die nur noch grüne Plaketten zulässt. Direkt am Rand der Umweltzone befindet sich aber ein Wohnmobilparkplatz. Dort stellen wir uns für die heutige Nacht hin. Zum Sea Life können wir morgen auch laufen.

Montag, der 23. August 2010

Schon in der Nacht hat es fast durchgängig geregnet. Ab und zu hat das Prasseln aufs Wohnmobildach mal kurz aufgehört, um gleich darauf verstärkt wieder einzusetzen. So ist es auch noch morgens um 8:00 Uhr, als der Wecker in meinem iPhone losgeht. Heute ist Heidepark angesagt, aber das Wetter sieht gar nicht danach aus. Ich befrage verschiedene Wetter-Apps auf dem iPhoine nach Regenradar und Wetteraussichten. Alle sind der einhelligen Meinung, dass das Wetter heute nur Starkregen vorsieht. Na Klasse! Wenn Engel reisen…

Nachdem wir gefrühstückt haben, ich muss die Kinder heute fast dazu zwingen, ziehen wir Regenjacken an und machen uns auf den Weg. Im Augenblick nieselt es nur. Was für ein Segen! Wir müssen erst unsere bereits gekauften Tickets holen. Auf den Tickets steht, dass man sie heute noch gegen die Merlin Jahreskarte tauschen kann. Ich hatte mich nach dem Kauf der Dreitages-Karten bereits geärgert, dass ich nicht gleich das nur unwesentlich teurere Jahresticket gekauft habe. Ich habe jetzt also noch die Möglichkeit dazu. Über den Tausch werde ich heute nachdenken.

Fabian will sich im Park gleich von uns trennen, da er unbedingt alle Sachen gleichzeitig machen möchte und nicht weiß, wo er anfangen soll. Wir vereinbaren, über SMS-Nachrichten in Kontakt zu bleiben. Sarah bleibt beimir. Wir suchen uns Attraktionen aus, die möglichst überdacht sind. Trotzdem sind wir schon bald recht naß. Zum Trocknen setzen wir uns sogar in die für kleine Kinder gedachte „Hallo Spencer!“-Show. Aber als die zuende ist, geht draußen gerade ein Wolkenbruch nieder. Ich schicke Fabian eine SMS, dass wir zum Wohnmobil zurück gehen. Wir brauchen Regenschirme.

Vermummte Sarah

Am Ausgang treffen wir Fabian. Er ist bereits patschnass und muss sich komplett umziehen. Dabei sind wir noch keine 2 Std. im Park! Bewaffnet mit Regenschirmen ziehen wir wieder los. Jetzt trennt sich Sarah von uns und Fabian geht mit mir. Aber die meisten Attraktionen schrecken ihn ab. Ich fahre diverse Achterbahnen, Fabian wartet draußen. Er lässt sich nur auf die abgeschwächten Attraktionen ein.

Fabian

So stark ist der Regen zeitweise

Wir fahren mit dem Mississipi-Dampfer, weil der über ein Dach verfügt

Gegen Mittag lässt der Regen nach. Als wir uns am Nachmittag alle im Maya-Tal wieder treffen und uns mit Pommes und Cola stärken, machen wir danach den Fehler, einige der Extreme-Attraktionen auszuprobieren. Schließlich ist uns so schlecht, dass wir den Park bereits um 16:30 Uhr verlassen müssen – gerade rechtzeitig vor dem nächsten großen Regen.

Die Kinder im Screamy, dem kleinen Bruder von Sream, dem Gyro-Drop-Tower

Die Kinder sind fertig

Fabian leidet besonders. Er will zurück zum Wohnmobil, um sich hinzulegen. Es geht ihm wirklich schlecht!

Zuvor hole ich mir aber noch die Merlin-Jahreskarte. Ich habe mir das reiflich überlegt. Zur Merlin-Gruppe gehören auch die Lego-Parks, Sea Life, Madame Tussaut in Berlin und diverse andere Attraktionen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Und ich weiß auch nicht, ob wir tatsächlich die drei bereits bezahlten Tage hier bleiben werden.

Zurück beim Wohnmobil fallen wir alle in unsere Betten und schlafen erstmal eine Stunde. Um 18:00 Uhr, als der Park schließt, kommt mal kurz die Sonne hervor, aber nur. um gleich darauf wieder hinter schwarzen Wolken zu verschwinden.

Auch Papa braucht eine Auszeit

Später kochen wir noch Spaghetti und schauen uns einen Film auf DVD an. Heute schreibe ich jedoch nichts mehr. Mir ist immer noch nicht so richtig gut. Die Wirbelei war wohl doch etwas zu viel für mich. Mit dem Alter hat das wohl nichts zu tun, denn den Kindern geht es nicht besser. Morgen fahren wir nichts rundes mehr, so deren einhelliges Fazit.