Sonntag, 27. Juli 1997

Wir finden ein Plätzchen neben dem Wohnmobil, an dem wir Campingtisch und Stühle aufstellen können. Daraufhin frühstücken wir "an Deck". Jessica darf ihre Toilette im Sandklo bei den Hundehütten machen. Nach einigem Hin und Her klappt's dann auch mit Pipi.

Sarah sorgt für Ordnung im Kugelbad

Sarah geht mit mir nochmals ins Kugelbad. Die großen Kinder spielen sehr stürmisch, sie springen in die Kugeln und bewerfen einander. Daraufhin beschließt Sarah, lieber aufzuräumen und bringt die herausgefallenen Kugeln zurück ins Becken.

Die Fähre legt in Patras an

Mittags legen wir in Patras an. Das Entladen der Fähre geht zügig. Um genau 15.30 Uhr verlassen wir den Hafen in Richtung Loutras Killinis an der Westküste des Peloponnes. Als Erstes besichtigen wir den Campingplatz Ionion Beach. Der Platz gefällt uns nicht so gut. Deshalb fahren wir weiter und landen schließlich auf dem Campingplatz Aginara Beach.

Dies ist ein schönes Plätzchen, welches ich schon aus früheren Urlauben kenne. Unser Stellplatz ist ideal. Zum Beispiel haben wir einen eigenen Wasserhahn direkt auf der Parzelle, so daß Sarah die ganze Zeit pritscheln kann. Hier gibt es eine Menge junger Kätzchen, wovon Annemarie gleich besonders begeistert ist.

"Wasser marsch!"

Nachdem wir unsere Utensilien ausgepackt haben, machen wir uns auf den Weg ins nahegelegene Campingplatzrestaurant. Leider befindet sich dieses etwas erhöht und ist nur über eine breite Steintreppe zu erreichen. Wir müssen den Kinderwagen mit Fabian hoch tragen und ständig aufpassen, daß Sarah nicht die Treppen 'runterfällt.

Spaghetti schmecken nur, wenn man sie alleine essen darf!

Im Restaurant muß Annemarie ein Versprechen einlösen, welches sie Sarah schon vor dem Urlaub gegeben hat: im Urlaub darf die Kleine alleine essen. Das macht besonders Spaß! Allerdings landet der kleinste Teil der Portion Spaghetti tatsächlich im Bauch. Das macht aber nichts, denn die Griechen sind es gewohnt, daß vom Tisch und nicht vom Teller gegessen wird. Unter Sarahs Stuhl sitzen derweil die kleinen Kätzchen. Es fällt so viel vom Tisch; davon werden auch sie satt.

Wahrscheinlich werden wir die Kleine künftig vor dem Essen ausziehen, um Wäsche zu sparen. Wenn sie alleine ißt, muß man sie anschließend duschen und umziehen.

Samstag, 26. Juli 1997

Morgens fahren wir nach dem Frühstück weiter. Unterwegs beschließen wir, schon in Ancona am Hafen nach einer Fähre und deren Preis zu fragen. Wir erreichen die Stadt um die Mittagszeit. Im Fährbüro stelle ich mich am Schalter der Gesellschaft mit der längsten Schlange an. Ich nehme an, daß hier die als nächstes ablegende Fähre bearbeitet wird. Es ist der Schalter der Minoan Lines, die Fähre Aretousa soll um 14:30 Uhr ablegen. Auf dem Camping-Deck gibt es noch freie Plätz. Hin- und Rückfahrt kosten zusammen umgerechnet ca. 1.300,- DM. Etwa um 16:00 Uhr legt die Fähre ab.

Nachdem die Fähre den Hafen von Ancona verlassen hat, geht der Lotse von Bord.

Wir besichtigen gleich das Schiff und stellen fest, daß es ein Kinderzimmer mit Kugelbad gibt. Nach anfänglichem Mißtrauen spielt Sarah hier stundenlang. Am Abend gehen wir ins Self-Service-Restaurant essen. Anschließend haben wir eine angenehme Nachtruhe im Campingdeck. Lediglich etwas warm ist es hier.

Freitag, 25. Juli 1997

Um 9:00 Uhr morgens beginnt unsere Fahrt. Wir fahren über die Schweiz, das ist für uns günstiger, als über den Brenner.

Während den Fahrpausen erkundet Sarah die Funktionsweise der Bedienelemente des Cockpits

Da ich in Deutschland keine digitalen Videokassetten mehr bekommen habe, versuche ich mein Glück in Zug. Hier finde ich einen Video-Discounter, der noch sieben Kassetten vorrätig hat. Aus Dummheit oder falscher Sparsamkeit nehme ich nur fünf. Später werde ich mich über diesen Fehler noch ärgern, denn im Verlauf des Urlaubs wird das Kassettenmaterial knapp und in Griechenland weiß selbst Sony noch nichts von der Existenz digitaler Videokameras.

Auf Rastplätzen übernachtet man am Besten zwischen mehreren anderen Wohnmobilen

Es ist eine gemütliche Fahrt mit vielen Pausen. Bis zum Gotthardtunnel ist das Wetter schlecht. Als wir den Tunnel verlassen ist es heiß. Man merkt: jetzt sind wir im Süden. Wir kommen an diesem Tag noch bis Bologna.

Da wir es überhaupt nicht eilig haben, bleiben wir bei Einbruch der Dunkelheit auf einem Rastplatz stehen um zu übernachten. Wenn man keine Fähre gebucht hat, kann man sie auch nicht verpassen. Es ist noch ein gutes Stück bis Bari und wir rechnen ohnehin damit, einige Tage auf einen freien Fährplatz warten zu müssen.

Griechenland 1997

Wenn einer eine Reise tut, …

... dann kann er ‚was erzählen.

Diese Dokumentation beschreibt unsere Reise nach Griechenland auf den Peleponnes. Das Reiseziel ist nicht von langer Hand geplant, sondern hat sich erst kurz vor Antritt der Reise aus einer spontanen Idee heraus ergeben. Eigentlich war KroatienPeleponnes nichts Neues; wir waren beide schon mindestens einmal hier. Trotzdem ist für uns Griechenland eines der schönsten Ziele in der Reichweite eines Wohnmobils. Mit Rücksicht auf unsere Kinder werden wir keinen Kulturtrip veranstalten. Wir wollen einfach verschiedene Eindrücke erleben, das Wasser und die Sonne genießen und nicht, wie die letzten beiden Jahre, vier Wochen an einem Platz verbringen.

unser Urlaubsziel, aber irgendwie waren Annemarie und ich nicht so ganz glücklich mit dieser Wahl. Für uns beide ist der

Natürlich kann man eine Reise nach Griechenland auch mit Flugzeug, PKW und Zelt oder einfach nur einem Rucksack unternehmen. Man wird auf jeden Fall den bleibenden Eindruck nahezu unbegrenzter Freiheit und Leichtigkeit erleben. Wir haben uns, nicht zuletzt wegen der beiden kleinen Kinder, fürs Wohnmobil entschieden.

Es ist der erste gemeinsame Urlaub unserer nun vierköpfigen Familie. Das Tagebuch soll auch dazu dienen, den Großeltern unserer beiden Kleinen die Möglichkeit zu geben, etwas an dem Urlaub teilzuhaben. Ein auf diesen Notizen und Bildern basierender Film wird hoffentlich eines Tages folgen. Allerdings wird er einige Zeit auf sich warten lassen, denn die Herstellung wird eine Menge Arbeit machen. Genau das Richtige für lange, kalte Herbst- oder Winterabende.

Die Fotografien in dieser Dokumentation sind allesamt einzelne Bilder aus dem von mir erstellten Videomaterial. Der folgende Film wird dieses Material und mehr enthalten. Ich erwähne das nur um die Spannung zu steigern!

Sarah ist mit ihren 18 Monaten schon unsere „Große“

Wir, das sind Annemarie, ich und unsere Kinder Sarah, 18 Monate und Fabian, zum Zeitpunkt der Abreise 8 Wochen alt. Einige Bekannte meinen, wir seien sehr mutig, mit so einem kleinen Kind in den Urlaub zu fahren. Ich finde, wir sind nur nicht so ängstlich. Wir kennen das Reiseziel und seine Eigenheiten. Unseren Kindern geht es gut, wenn es uns gut geht. Und wir passen auf sie auf…

Diese Beschreibung und auch der spätere Film wird besonders viele Aufnahmen von Sarah enthalten. Das läßt sich leider nicht vermeiden, denn ihr könnte man den ganzen Tag mit laufender Kamera hinterherlaufen …

Fabian, das Nesthäkchen

Annemarie: Ehefrau, Mama und Frauchen. Wie schafft sie das nur alles?

Wenn wir die Familienmitglieder aufzählen, dann dürfen wir unsere zwei vierbeinigen Mitreisenden nicht vergessen. Natürlich ist die Katze Trixi und die Hündin Jessica mit von der Partie. Wenn wir in den Urlaub fahren, dann komplett.

Trixi, unsere Miezekatze war auch schon in Österreich, Spanien und Portugal dabei.

Jessica ist eine Portugiesin. Wie nannte sie doch ein Bekannter vor einiger Zeit recht treffend? „Wandelnde Klobürste“

Für die nächsten fünf Wochen unser Zuhause

Wir reisen in unserem ein Jahr alten Wohnmobil Hymercamp 660 Maxi. Mit seinen 6,8 Metern Aufbaulänge bietet er ausreichend Platz für unsere Familie. Wir verfügen ohne Umbau über vier vollwertige Schlafplätze und eine Sitzgruppe. Das Fahrzeug ist so ausgelegt, daß es möglich ist längere Zeit unabhängig von Strom- und Wasserversorgung darin zu wohnen. Auch eine eigene Toilette befindet sich an Bord. Ein großer Stauraum im Heck, von uns „Keller“ genannt, bietet Raum für alles, was man in einem Campingurlaub benötigt. Vor allem Stühle und Tische kann man hier bequem ein- und ausladen. Für die nicht so oft benötigten, sperrigen Dinge, wie Teppich, Liegestühle und Surfkarren gibt es auf dem Dach eine zusätzliche Box. Am Heck befindet sich ein Fahrradträger. Wir haben in diesem Urlaub nur ein Rad mit Kindersitz dabei, da Annemarie mit Fabian ohnehin nicht fahren kann. Dafür transportieren wir das Untergestell des Kinderwagens auf dem Träger.