Mittwoch, 29. August 2001

Gleich morgens gehen wir ins Meer. Das Schöne an unserem neuen Platz ist, dass wir nur wenige Schritte vom Meer entfernt sind. In Ölüdeniz waren wir zwar auch in Strandnähe, trotzdem brauchte es eine Aufsichtsperson, welche die Kinder zum Wasser begleitet. Hier ist es besser. Man steht direkt am Wasser uns kann die Kinder fast vom Wohnmobil aus baden sehen.

Später baue ich den Kindern die Strandmuschel auf. Jetzt haben sie ihr Zelt und spielen im Schatten, ohne dass man sie ständig dazu auffordern muss. Ich fahre nach Kaş, um das hiesige Internetcafe zu suchen. Es ist wieder keine Mail für mich gekommen. Ich versuche, einen anderen Kollegen zu erreichen. Vielleicht sind die beiden, denen ich bis jetzt geschrieben habe, im Urlaub.

Ich schaue auch noch in einer Agentur für Tandemflüge herein. 'Sky Sports' heißt die Agentur. Die gab es auch in Ölüdeniz. Man begrüßt mich freundlich und teilt mir mit, dass man hier gut fliegen könne. Die Höhendifferenz betrage 1000 Meter, die Thermik sei gut. Gelandet werde allerdings im Hafen, was nicht so einfach sei. Eine Auffahrt kostet 5 Millionen Lire, was die Hälfte von dem ist, was ich, bei doppelter Höhe in Ölüdeniz bezahlt habe. Ich werde morgen mitfliegen, kündige ich an und verabschiede mich. Viele der Piloten der Flugshow am letzten Freitag in Ölüdeniz waren übrigens von Kaş, erfahre ich.

In die Optik meiner Digitalkamera hat sich ein Sandkorn verirrt, das durch das Zoomobjektiv auf der Innenseite der obersten Linse zerdrückt wurde und jetzt als heller Staubfleck in der Mitte des Objektivs existiert, ohne dass man ihn wegputzen könnte. Im Schatten der Markise beginne ich die Kamera zu zerlegen, während Annemarie mal wieder die Heckgarage unseres Wohnmobils aufräumt.

Ich habe keine Ahnung wie, aber ich muss dieses Objektiv auseinander bekommen. Immer mehr Schrauben löse ich, immer mehr Teile fallen mir entgegen. Langsam kommen mir Zweifel auf, ob ich das 3D-Puzzle (schon wieder!!!) jemals wieder zusammen bekommen werde. Ich muss Kabel abziehen, andere Teile bleiben an unlösbaren Kabelverbindungen hängen. Leider kann ich von dem Bastelobjekt kein Foto machen. Als eine Schraube im Inneren des Objektives verschwindet, bekomme ich Angst, dass ich in diesem Urlaub überhaupt kein Bild mehr machen kann. Das wäre schlimm und würde mir den Rest des Urlaubs ziemlich verderben. Die Schraube bekomme ich wieder heraus, aber das Objektiv immer noch nicht ab. Jetzt habe ich so ziemlich alles zerlegt, was ich mich zu zerlegen traue. der Fleck auf dem Objektiv existiert aber nach wie vor. Erst jetzt komme ich auf die Idee, zu schauen, ob man das Objektiv auch von vorne her öffnen kann. Man kann! Unter dem vorderen Ring, der nur aufgeklebt ist, befinden sich drei Schrauben, mit denen man das Objektiv öffnen kann, um es zu reinigen. Und ich Trottel habe die ganze Kamera zerlegt! Ich puzzle das Teil wieder zusammen, ohne dass ein Schräubchen übrig bleibt, wie es sonst häufig der Fall ist und reinige das Objektiv. Egal – Hauptsache die Kamera funktioniert wieder und das tut sie – ohne Einschränkungen und ohne Fleck auf der Optik. Gott sei Dank!

Sarah und Fabian haben sich in diesem Urlaub zu wahren Wasserratten entwickelt. Selbst Fabian schwimmt mittlerweile bald mehrere Sekunden mit dem Kopf unter Wasser. Beide sind total begeistert vom Tauchen. Ich verspreche ihnen, dass beide eine Taucherbrille bekommen. Gegen Mittag mache ich mich mit Sarah auf dem Motorroller wiederum auf den Weg nach Kaş. Erst kaufen wir die Taucherbrillen mit Schnorchel und dann gehen wir beide noch etwas durch die Gassen schlendern. Schließlich kehren wir irgendwo ein, um zu Mittag zu essen.

Als wir beide zum Wohnmobil zurück kehren, steht die Sonne schon tief. Genau die richtige Zeit, um die neuen Taucherbrillen einzuweihen. Sarah, Fabian und Mama toben ausgelassen im Wasser herum.

… Köpfchen unters Wasser, Schwänzchen in die Höh'

Am Abend fahre ich noch einmal nach Kaş ins Internetcafe – wieder vergeblich. Langsam ärgere ich mich, dass ich meinen ganzen Urlaub nur noch nach diesen blöden Internetcafes ausrichten muss und nichts dabei heraus kommt.

Wir essen Spaghetti zu Abend und lesen noch eine Weile. Mein Buch 'Die Päpstin' neigt sich dem Ende zu. Morgen spätestens werde ich den Schmöker durch haben.

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