Donnerstag, 6. September 2007

Am Morgen scheint die Sonne von einem fast makellos blauen Himmel. Es ist warm und auf unserem Parkplatz nahezu windstill.

Heute morgen ist der Parkplatz leerHeute morgen ist der Parkplatz leer

Noch während wir beim Frühstück sind, parkt ein polnischer PKW auf dem Parkplatz. Ein Mann holt seinen Gleitschirm, eine Wasserflasche und eine Rolle Küchenkrepp aus dem Kofferraum und beginnt auf der grossen Wiese, seinen Gleitschirm zu putzen. Ich geselle mich zu ihm und auf Englisch unterhalten wir uns ein wenig. Auch er musste gestern am Strand unten landen, deswegen ist sein Schirm, wie meiner, etwas schmutzig geworden.

Ich erfahre einiges über das Fliegen in Polen. Der Wind hat heute noch nicht die richtige Stärke. Ich nutze die Gelegenheit, um einige Aufziehübungen zu machen. Der Pole kommt, nachdem er seinen Schirm gereinigt hat und nun selbst Startversuche unternimmt, nicht in die Luft. Das Wetter werde heute noch besser werden, erklärt er mir. Allerdings ist am Horizont über dem Meer ein dunkler Streifen zu sehen, der mich bedenklich stimmt. Im Laufe des Vormittags, Annemarie ist mit den Kindern am Strand entlang nach Rewal aufgebrochen, kommen noch ein paar weitere Piloten auf den Platz, darunter auch drei Berliner. Es ist ganz lustig, sich zu unterhalten und auszutauschen. Alle unternehmen Startversuche, aber keinem gelingt heute ein Flug. Es ist einfach zu wenig Wind. Irgendwie schaffen es die anderen jedoch, dass ihr Schirm über ihnen stehen bleibt. Mein Schirm fällt immer wieder auf den Boden zurück. Der Schirm sei für diesen Wind zu klein, erklärt mir einer der polnischen Piloten. Ob er ihn mal ausprobieren dürfe. Natürlich darf er. Aber auch ihm gelingt es nicht, meinen Nova über sich zu stabilisieren. Im Gegenzug darf ich seinen Advance.ch ausprobieren. Tatsächlich steigt dieser Schirm besser nach oben, jedoch wird der Wind immer schwächer. Statt dessen zieht das Wolkenband, das am Morgen schon zu sehen war, über uns und bald ist die Sonne weg und der Himmel grau. Als Annemarie und die Kinder zurück kommen, ist es bereits 14:30 Uhr.

Sarah möchte wissen, wann wir aufbrechen. Sie drängt zur Weiterfahrt. Nachdem es leicht zu nieseln beginnt, packen alle zusammen. Auch ich räume meinen Gleitschirm weg, es geht heute ohnehin nichts mehr.

Um 16:30 brechen wir auf. Unsere Route führt jetzt nicht mehr an der Küste entlang, sondern Richtung Stettin und dann weiter nach Berlin. Unterwegs kaufen wir an der Straße noch ein paar Pfifferlinge und geben dafür unser ganzes polnisches Kleingeld aus. Auf der Weiterfahrt kehren wir in der kleinen Ortschaft Brzozowo an einem gemütlich aussehenden Gasthaus, einem mit Reed gedeckten Blockhaus (N53 47.528 E14 45.606) zum Essen ein und lassen unsere letzten Stlotys hier. Nur die Kinder behalten je einen Groschen.

Nochmals gut essen gehenWir gehen nochmals gut essen und geben dafür unser letztes polnisches Bargeld aus

In der Nähe von Stettin fahren wir von der Autobahn ab, um zu tanken. Bei N53 21.833 E14 44.121 finden wir eine Tankstelle, bei welcher der Diesel (ON) 20 Groschen billiger ist, als bei den Tankstellen auf der Autobahn. Bei N53 20.143 E14 24.511 überqueren wir die Grenze nach Deutschland. Auf guter Autobahn A11 geht es Richtung Berlin. Bei N53 17.661 E14 07.191 wechselt jedoch der Fahrbahnbelag. Plötzlich besteht die Autobahn aus Betonplatten, mit großen Zwischenfugen. In unserem Wohnmobil hört es sich an, als würden wir eine Treppe hinunter fahren. Ich reduziere die Geschwindigkeit auf 40 km/h. Es ist das erste Mal, dass ich mit dieser Geschwindigkeit auf der Autobahn dahin zuckle. Bei N53 14.857 E14 00.888, ich will die Autobahn wegen des unzumutbaren Belags gerade verlassen, beginnt wieder glatter Asphalt. Also bleiben wir doch auf der Autobahn.

Trotzdem würden wir gerne mehr von der ostdeutschen Landschaft sehen, als von der Autobahn aus möglich ist. Außerdem haben wir beschlossen, einen Abstecher nach Reichenow zu machen, wo mein Vater lebt. Es sind noch ca. 90 Kilometer bis dort hin. Also fahren wir bei N53 11.054 E13 55.827 von der Autobahn ab, um gleich darauf reumütig umzukehren und auf die Autobahn zurück zu kehren. Die Straße, die wir vorfinden, besteht aus übelstem Kopfsteinpflaster. Und ich dachte, sowas gäbe es nur noch in Polen…

Bei Pfingstberg (N53 07.650 E13 52.765) verlassen wir die Autobahn endgültig und nehmen Kurs auf Angermünde. Diese Stadt verfügt über einen schön restaurierten alten Stadtkern, kann man auf Hinweistafeln neben der Straße mehrfach lesen. Dort erhoffen wir uns einen schönen Übernachtungsplatz.

In Angermünde finden wir einen schönen Parkplatz bei N53 00.924 E14 00.248. Man kann das Wohnmobil relativ gerade abstellen. Auch wenn unsere mobile Ferienwohnung etwas zu lang für die Parkflächen ist, finden wir doch einen ruhigen Platz am Rand. Nachdem die Kinder zu Bett gegangen sind, wandern Annemarie und ich noch etwas durch den Ort, um uns den restaurierten Stadtkern anzuschauen. Viel sieht man zwar nicht mehr, denn es ist inzwischen dunkel, aber die restaurierten alten Häuser, die Stadtmauer und die Kirche werden beleuchtet.

Unser Platz in AngermündeUnser heutiger Platz an der Stadtmauer von Angermünde

Nach Rückkehr zum Wohnmobil geht Annemarie zu Bett, während ich mich an den PC setze um die Reiseberichte der letzten Tage aufzuarbeiten. Jetzt, wo wir wieder in Deutschland sind, habe ich Internetzugang und kann die Berichte der letzten Tage hochladen. Mehr als 500 Fotos müssen noch gesichtet und ausgewählt werden – kurz: ich habe einiges zu tun. Bis 0:45 sitze ich am PC und bin am Ende trotzdem noch nicht ganz fertig. Morgen schaffe ich den Rest des Berichtes, dessen bin ich mir sicher.

Tagesetappe 

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