Donnerstag, 6. September 2001

Heute morgen sagt mir der erste Blick zum Himmel schon, dass es nichts mit Fliegen wird. Wolken kündigen eine Kaltfront an, am Babadağ bilden sich Wolkenschleier und in der Ferne hört man bereits den Donner grollen.

Nach dem Frühstück fahre ich ins Internetcafe. Hier erfahre ich, dass meine Hoffnung, das Problem in der Firma sei gelöst, etwas verfrüht war. In meinem Briefkasten befindet sich nämlich eine Mail, in der immer noch von Fehlern im EDV-System die Rede ist. Ich schildere den Lösungsweg zur Behebung des Problems etwas genauer und kehre dann zum Wohnmobil zurück.

Der morgentliche Fischfang unserer Freunde verlief heute nicht so ergiebig, wie gestern. Fabian ist trotzdem beeindruckt von der Ausbeute:

Unsere neuen Bekannten aus dem Hotel kommen heute auch wieder an diesen Strand. Norbert, den unsere Kinder bereits nach kurzer Zeit liebevoll 'Opa' nennen, hat Fabian einen Floh ins Ohr gesetzt: er hat Fabian nämlich versprochen, er gehe mit ihm angeln. Tatsächlich zieht er gegen Mittag mit Sarah und Fabian los.

Derweil beginne ich mich um den undichten Frischwassertank zu kümmern. Dazu baue ich den Geber für den Wassertank aus. Was ich entdecke, ist Pfusch der allerübelsten Sorte. Der Vorbesitzer hat den Geber wahrscheinlich einmal austauschen müssen. Beim Einbau des Ersatzteils wurde derartig gepfuscht, dass der Tank wahrscheinlich seitdem noch nie dicht war. Das bedeutet, dass zumindest seit wir dieses Wohnmobil besitzen, wahrscheinlich aber schon viel länger, jedes Mal Wasser in den Doppelboden gelaufen ist, wenn der Tank voll war. Ich hebe die Beweismittel auf und versuche, unter tatkräftiger Hilfe unserer befreundeten Platznachbarn den Geber mit einer selbst gebastelten Dichtung und Silikon wieder dicht einzubauen – vergeblich. Der Tank ist kaputt. Der Geber kann nicht dicht eingebaut werden, denn die Tankwand ist zu dünn, um Schrauben eindrehen zu können. Nach dem Urlaub geht das Fahrzeug direkt zurück zu dem Händler, von dem wir es gekauft haben. Beweismittel für den Pfusch haben wir genügend. Sogar einen rostigen Bohrer habe ich im Tank gefunden. Wenn es sein muss, werden wir unsere Ansprüche vor Gericht geltend machen. Ich habe jedenfalls eine ziemliche Wut im Bauch. Gut, dass ich noch eineinhalb Wochen Zeit habe, mich zu beruhigen, bevor das Wohnmobil bei unserem Händler auf dem Hof vorfahren wird. Ich mag überhaupt nicht daran denken, welche Folgeschäden durch das ständig austretende Wasser in dem Wohnmobil entstanden sein können. Die Bodenplatte besteht zwar aus Aluminium und nicht aus Holz, aber Alufraß kann auch hier auftreten, und wer weiß, was noch.

Die vergebliche Reparatur hat mich den ganzen Tag gekostet. Am Abend zieht ein Gewitter auf. Wir räumen schnell alles zusammen, stellen die Stühle in die Heckgarage und fahren die Markise ein. Über uns geht das erste Unwetter seit sechs Wochen nieder. Der Himmel verdunkelt sich und plötzlich ist alles gelb.

Phantastische Lichtphänomene treten auf, als im Westen der blaue Himmel wieder sichtbar wird.

Während es regnet, gehen wir Männer baden. Es ist herrlich. Das Wasser ist warm und gleichzeitig wird man geduscht – ein Erlebnis. Da alles nass ist, ziehen wir uns bald ins Wohnmobil zurück. Ich habe heute Abend auch viel nach zu schreiben…

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