Donnerstag, 23. August 2007

In der Nacht gab es wieder ein kräftiges Gewitter. Am Morgen bin ich gegen 8:00 Uhr der erste, der von der Familie wach ist. Also ziehe ich mich an und unternehme mit Sissy eine ausgedehnte Kackwanderung.

Wir besuchen nochmals die Schleusenruine. Diesmal besichtige ich das Bauwerk nicht nur von der Straße aus, sondern wandere am Kanal entlang. Dabei muss ich tiefen Schlammlöchern ausweichen, die sich durch den starken Regen von heute Nacht gebildet haben. Sissy hat einen kleinen Verehrer gefunden, der ihr nicht mehr von der Pelle weicht. So wandern wir zu dritt, bis wir den oberen Teil der Schleuse finden.

InformationstafelEine Informationstafel auf dem Parkplatz erzählt die Geschichte der Schleusen auch in deutscher Sprache.

Dieses gigantische Betonbauwerk wird inzwischen als Klettergarten verwendet. Allerdings möchte ich hier nicht klettern. Erstens ist das ganze Gelände sehr morastig und zweitens führen Kletterstrecken über das Brackwasser, welches sich im Inneren des Schleusenbeckens angesammelt hat. Wer hier in die Brühe fällt, stinkt wahrscheinlich sein Leben lang.

Das SchleusenbeckenDas Schleusenbecken

Gigantisches BauwerkGigantisches Bauwerk

Über Feldwege gelangen wir zurück zum Wohnmobil. Sissys kleiner Verehrer ist immer noch bei uns. Nachdem wir unsere Kleine vom groben Schmutz unseres morgentlichen Abenteuers gereinigt uns sie ins Wohnmobil verfrachtet haben, sieht der Kleine die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen ein und trollt sich.

Wir frühstücken und beratschlagen währenddessen, wie unsere Reise weiter verlaufen soll. Wir waren die letzten Tage nur auf Achse. Unser Wohnmobil, aber auch wir, benötigen mal wieder eine Grundreinigung. Die Sonne scheint auch heute kräftig vom Himmel, also wäre ein See zum Baden nicht schlecht. Wenn wir aber jetzt auf direktem Weg Richtung Ostsee fahren, haben wir keine Seen mehr auf der Strecke. Was also tun? Ich mache den Vorschlag, dass wir uns nochmals auf den, für unsere Begriffe, schönsten Campingplatz der Masuren stellen: Den Campingplatz „Seeblick“ in Ruska Wies, unweit von Mragowo. Hier haben wir bereits drei Tage zugebracht, hier halten wir es auch weitere drei bis vier Tage aus. Natürlich wird der Vorschlag begeistert aufgenommen. Per SMS informieren wir Sepp über unser Vorhaben und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg.

Es dauert nicht lange, bis wir die 40 Kilometer nach Ruska Wies hinter uns gebracht haben. Auf dem Platz herrscht himmlische Ruhe. Die meisten Wohnmobile sind inzwischen abgereist. Der Platzbesitzer erkennt uns wieder und begrüßt uns herzlich. Für uns ist es, als wären wir wieder zu Hause eingetroffen. Wir suchen einen schönen Platz für das Wohnmobil aus, der auch für Sepp noch ausreichend Platz bietet. Von ihm ist nämlich inzwischen eine Antwort-SMS eingetroffen: „Wir kommen morgen Nachmittag“.

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet und auch ein erfrischendes Bad im See hinter uns haben, mache ich mich mit dem Motorroller auf den Weg nach Mragowo. Im Gepäck habe ich den Memorystick mit den Reiseberichten der letzten Tage. Erst fahre ich in die Bibliothek, wo ich diesmal nur 20 Minuten Internet-Zeit zugewiesen bekomme. Die Zeit reicht gerade, um die vorbereiteten Berichte und die zugehörigen Bilder hochzuladen und schnell meine Emails anzurufen. Es stehen hier nur zwei Computer zur Verfügung. Scheinbar muss man Glück haben, wenn man längere Zeit an einen der Internetplätze darf.

Anschließend fahre ich einkaufen. Unsere Vorräte sind ziemlich zusammengeschrumpft. Leider haben wir auf der Fahrt nach Ruska Wies keinen Supermarkt gefunden. Aber zum Einkaufen haben wir ja den Roller.

Die Kinder badenDie Kinder baden

Den Nachmittag verbringen wir mit Baden und Bootfahren. Besonderen Spaß macht es den Kindern, wenn wir mit dem Boot hinaus fahren und die Kinder dann vom Boot ins Wasser hüpfen können. Es ist sehr schön hier und wir genießen das schöne Wetter in vollen Zügen. Wir werden wohl einige Tage hier verweilen.

Camping "Seeblick"Unser Stellplatz auf dem Campingplatz "Seeblick" in Ruska Wies

Am Abend gibt es Spaghetti mit einer Tomatensaucenkreation a la Annemarie. Eigentlich wollte ich ja endlich mal wieder grillen, aber wenn das Essen schon fertig gekocht serviert wird…

Heutige Tagesetappe 

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